Ripples Dezember 2011
December 28th, 2011
Mansfield TYA – Nyx
Eine gesunde Widerspenstigkeit gegenüber dem globalisierten Big Mac- Sound ist dem Duo aus Nantes auch auf ihrem dritten Album eine Selbstversändlichkeit. Mansfield TYA lassen sich dem losen Verbund der nordfranzösisch-belgischen Mikroszenen zurechnen, dessen verschiedene Zirkel sich in letzter Zeit für solch delikate Perlen wie Tazio & Boy, Half Asleep oder V.O. verantwortlich zeichneten. June, das Debut von Mansfield TYA von 2005, überraschte mit einer juvenilen Atmosphäre zwischen Unbekümmertheit und Melancholie, das Nachfolgealbum Seules Au Bout De 23 Secondes geriet dagegen eher unentschlossen und zwiespältig; Nyx ist nun ein echtes Juwel. Der minimalistische Ansatz – Carla Pallone und Julia Lanoë singen und spielen Violine, Piano, Keyboards und Perkussion – wirkt ungemein dicht, ohne die ihnen eigene coole Lässigkeit aufzugeben. Subtile folkloristische Einflüsse, experimentellere Arrangements als bisher, vor allem aber der grandios am richtigen Ton vorbeihangelnde Chorgesang erinnert an Odyshape, dem Meisterwerk der Raincoats; die Instrumentalstücke wiederum könnten sich mit den besten Filmscores der Tindersticks messen. Der Platz im Niemannsland zwischen Pop, Punk und Avantgarde scheint genau der richtige zu sein und allemal dem der Kleinkunstbühne vorzuziehen.
mansfieldtya.com