Ripples

November 14th, 2022

Tall Dwarfs – Unravelled 1981 – 2002

 

Nach dem Urschrei des Punks verschwanden die größten musikalischen Übel der 1970er- Jahre – Bombastrock und Disko – ersteinmal aus der Musikpresse, dem Radio und Fernsehen. Die schrägere Fraktion der nachfolgenden New Wave – oder Post-Punk-Bands experimentierte mit allem, was ihnen zur Verfügung stand, vermischte zuvor undenkbare Genres und ließ Neues entstehen. Die Säulenheiligen des Art-Rocks und damit Vorbild für das meiste, was in den wilden Jahren zwischen 1978 und 1982 produziert wurde, war aber trotzdem eine Band aus den 1960ern Jahren : The Velvet Underground. Deren Coolness und Singularität war zwar kaum zu erreichen, aber die vier Alben, die soviel Einfluss haben sollte, verkauften sich zur aktiven Zeit der Band auch nicht gut. Die Düsternis und Verschrobenheit, die die Musik der New Wave-Bands dieser Zeit ausstrahlte und verkörperte, wurde dann aber bald wieder vom Synthiepop, den New Romantics, einer aufdringlichen Ichbezogenheit und die Rückkehr zum banaleren Hedonismus abgelöst.
Und dann bekam man in der Spartensendung des favorisierten öffentlich-rechtlichen Radios plötzlich eine Vielzahl unglaublich guter Bands aus Neuseeland zu hören, die die “reine Lehre” (VU) noch linientreuer zu verinnerlicht zu haben schienen und trotzdem alle irgendwie wie aus der Zeit gefallen und eigen klangen. Jedenfalls ließ sich dadurch die sich androhende Durststrecke noch etwas herauszögern. Die intellektuell-angehauchten Verlaines, die rockigen Clean, die neo-psychedelischen Chills, The Bats, The Gordons oder das obskure, esoterische-andersweltliche Frauentrio Marie And The Atoms waren alle sehr gut. Das Label aus Dunedin Flying Nun trug die Botschaft um die Welt und in die alternativen Plattenläden. Das Bonner Label Normal veröffentlichte den einflussreichen Tuatara-Sampler und die obskuren 12”Inches aus Neuseeland fand man nun auch in Hagen (Pastell) bis London (Rough Trade). Auch die der Tall Dwarfs. Dieses Duo – Chris Knox, Alec Bathgate – klang nochmal anders als die Labelkollegen.
1980 hatten sie für eine kurze Zeit und dem Namen Toy Love einen Plattenvertrag bei Warner und veröffentlichten, inspieriert vom New Wave der damaligen Zeit, eine Platte, die floppte. Aus war der Traum und die Illusion einer Musikkarriere.Von nun an kochten sie ihr eigenes Süppchen und das speiste sich neben dem Punkspirit aus allerhand psychedelischen Substanzen.
Bathgate hatte keinerlei Ambitionen, seinen Beruf als Grafiker nochmals mit dem des professionellen Musikers zu tauschen und Knox arbeitete bei Flying Nun. Freunde und Familie waren wichtiger als Tourneen, aber den Spaß an der Musik ließ man sich umsomehr nicht mehr nehmen. Ähnlich wie Martin Newell in der südenglischen Provinz nahm man mit einfachsten Mitteln zuhause auf und produzierte Perle um Perle an genial-verschrobenen Popsongs. Die Tall Dwarfs klangen im Grunde viel mehr nach den Beatles und deren Revolver-Album als nach coolem New York City Sound; die Musik wurde aber nicht im Studio, sondern zuhause, in diversen Kellern oder live eingespielt und viele der grandiosen melodischen Songs offenbarten sich erst zur Gänze, wenn man sich die Mühe machte, hinter einem Wall Of Noise und den rohen und unperfekten Aufnahmen, die wahre Schönheit zu suchen; pure Alchemie.
Trotz oder gerade wegen der sympathischen Verweigerung für den kommerziellen Aspekt des Business wurde das Duo über die Jahre von weniger talentierten, aber ambitionierteren Zeitgenossen wie Yo La Tengo, Pavement, Bill Callahan usw. hoch gehandelt.
Die Tall Dwarfs existierten bis zu einer ernsten Erkrankung von Chris Knox bis 2002 und veröffentlichten nach den ersten sporadischen EP’s in unregelmäßigen Abständen Alben.
Fünfundfünfzig Songs kann man nun auf der längst überfälligen Kompilation Unravelled
(4 LP’s oder 2 CD’s) sich nocheinmal zu Gemüte führen und wird aufs Neue darüber erstaunt sein, wie gut Knox und Bathgate den Punk-Spirit mit einem genialem Gespür für Pop vermischten.

http://www.mergerecords.com

Ripples

November 12th, 2022

Die Kassettenseite

Baumschule – 39:12
Romain De Ferron – Ravi
Venediktos Tempelboom – Het Vuil Volkske
Sourdure -De Bon Astre

Dass sich aufgrund des Mangels an Fabrikationswerken die Produktion einer Schallplatte  bis zu einem Jahr strecken kann und die Beschleunigung der Welt, zumindest in dieser Hinsicht und als kleiner Beitrag für das Ganze, etwas ausgebremst wird, ist durchaus eine nette Begleiterscheinung. Dies ist natürlich dem allgemeinen gesteigerten Interesse des Mainstreampublikums am Vinylformat geschuldet, das für eine große Wiederveröffentlichungswelle altbekannter Titel sorgte und die Kleinlabels hintenanstellte.
So finden schneller herzustellende Tonträger wie die Kassette und die ungeliebte CD im Off-Stream-Universum gleichfalls einen Aufschwung.
Lange Rede, kurzer Sinn: Nachfolgend einige neue Kassettenproduktionen, die teilweise auch im CD-Format erhätlich sind.

Raphael Loher (Piano), Julius Satoris (Drums) und Manuel Troller (Guitar) sind meines Wissens zwar keine fundierten Kenntnisse des Gartenbaus nachzusagen, trotzdem ist der Name ihrer gemeinsamen Band – Baumschule (three:four) -natürlich mit Bedacht gewählt. Den Spuren der großen Meister der Reduktionskunst der 00er- Jahre folgend, lassen sie ihr fast vierzigminütiges Stück sich kontinuierlich entwickeln und auf- und abbauen, sprießen sozusagen, um im botanischen Jargon zu bleiben, ohne dass der Geräuschpegel jemals Gefahr läuft, in den roten Bereich auszuschlagen. Fließend und ohne Dramaturgie wird man beim Hören von 39:12 trotzdem in einen Sog gezogen und folgt der sich das ganze Stück durchziehenden Perkussionsfigur, den Piano- und der Gitarrenmotiven, die zarte Farbtupfer setzen und sich doch permanent verändern.

Wie eine digitalisierte Version von Look de Bouk und deren von Dada und Art Brut beeinflussten kunstaffinen Umfeld klingt der Landsmann Romain de Ferron aus Lyon auf seinem Debutalbum, das lange auf sich warten ließ, jetzt aber als Tape auf Kraak erschienen ist. Ansonsten in verschiedenen Bands wie Omertà oder Ballader engagiert, als Veranstalter und Fanzinemacher aktiv, neigt De Ferron auf Ravi (kraak) auch nicht zur Introspektion und Entspanntheit.

Überschwängliche Melodien, die immer auch etwas Irritierendes und Artifizielles innehaben, eine chronische Unruhe, verspielte Miniaturen und Gesänge und Chöre, die direkt aus dem Alienland daherkommen, prägen dieses kurzweilige Album. De Ferron spielt Synthesizermusik zwischen Pop und Avantgarde, ein Hauch Reich’schen Minimalismus lässt sich auch nicht verbergen und manchmal klingt auch die Melancholie eines Pascal Comelade bzw. seiner Urformation Fall Of Saigon (allerdings auf Acid oder etwas Vergleichbarem) mit.

Wie de Ferron ist auch Ernest Bergez an unterschiedlichsten Projekten beteiligt. Das Post-Techno Noise-Duo mit Clément Vercelletto (dessen eigenes Album unter dem Pseudonym Sarah Terral Le Ménsque Original auch bei Three:Four erhältlich ist) Kaumwald ist dabei genauso zu erwähnen wie das Trio mit Èlg Orgue Agnès. Seine Solo-Arbeiten veröffentlicht Bergez allerdings meist als Sourdure.
Für den Film von Sébastien Betbeder Debout Sur La Montagne komponierte er nun den Soundtrack. Das Album De Bon Astre (three:four) könnte gut in die Reihe des legendären französischen Labels Nato passen, das merkwürdige und uneinsortierbare Film- und Worldmusik neben ihrem eigentlichen Markenzeichen Jazz und Improvisation veröffentlichte. Aber auch das jetzige Label von Bergez Three Four hat mit dem Soundtrack für Les Particules von Èlg ein Album von ähnlicher Qualität veröffentlicht, ein Attribut, das natürlich auch für De Bon Astre zutreffend ist. Die kurzen Stücke weisen eine bewundernswerte Vielfalt und Sophistication auf; mit Eloïse Decazes, Julien Desailly und François Arbon als Gastmusiker hat Bergez auch ähnlich veranlagte Zeitgenossen der französischen Independent-Szene gewinnen können.

Die Stimmung der archaischen und rauen Landschaft der Pyrenäen, der überalterten Bewohner, der beinahe verlassenen Dörfer, des einnzig übriggebliebenen Cafés oder Lebensmittelladens, der verborgenen Geheimnisse und letztlich auch die der Schönheit dieser Landschaft fängt Le Bon Astre ein.

Benoit Monsieurs hat dagegen musikalisch mit der europäischen Verkopftheit und versteckten Doppelbotschaften nicht viel am Hut.

Seine Inspirationen findet er bei den Gitarrenmeistern des Wilden Westens und Ostens der USA- John Fahey, Robbie Basho – oder deren erklärten Anhängern wie James Blackshaw oder Ben Chesny. Venediktos Tempelboom aka Benoit Monsieurs, so sein, Achtung: tongue in cheek, Künstlername lässt mit seiner 12-Saitigen musikalische Landschaften entstehen, die sich buchstäblich vor dem inneren Auge des Zuhörers visualisieren. Und wie bei den Großmeistern dieses Genres wohnt den Stücken Magie und Sehnsucht inne, die die Musik in eine andere Sphräre hieven, die Spiritualität, weite Wüsten und das Versprechen der einen oder anderen Fata Morgana suggerieren. (kraak)

 

http://www.wearethreefour.bandcamp.com

Ripples

September 4th, 2022

Méteo Festival Mulhouse 2022

 

Festivals, auch solche mit einem nicht kommerziell ausgerichteten Programm, florieren wie die Inflation allgemein. Konnte man in den 1970ern und 1980ern Jahren sich durch klassenkämpferische Attitüden noch entsprechend positionieren oder den Funken der “anderen” Musik sogar auf das Leben überspringen lassen, ist es heute aufgrund Überangebot und Verwässerung zunehmend schwerer, sich zu behaupten (das betrifft natürlich nicht nur die Veranstalter ). Neue Festivals mit experimenteller Musik zeichnen sich häufig durch die immer gleiche Auswahl an Künstlern aus und machen sich durch Konkurrenzdruck gegenseiteig das Leben schwer. Aber es gibt sie noch, die Urgesteine der Außenseiter-Festivals, und es scheint ihnen nicht schlecht zu gehen: das Outfest in Barreiro, Kraak in verschiedenen belgischen Städten oder Méteo in Mulhouse bringen es auf eine stattliche Anzahl an Editionen und wissen sich doch immer wieder neu zu erfinden.

Die letzte Woche im August, dann wenn die Dichte der Sommerveranstaltungen sich schon merklich ausgedünnt hat, schlägt das Herz der Avantgarde für knapp eine Woche in Mulhouse. Das im Gegensatz zum Noumatrouff etwas kleinere und ohne Bühne ausgestattete, dafür intimere, Motoco (More To Come) im ehemaligen Fabrikareal von DMC hat sich in den vergangenen Jahren und vor allem in der Pandemiezeit als ideale Veranstaltungsstätte erwiesen. Daneben gibt es wie gewohnt zahlreiche Nebenspielstätten für das Méteo-Programm in der erstaunlich verzweigten und manigfaltigen ehemaligen Industriestadt. Immer wieder bietet sich so auch die Chance an ansonsten für den Publikumsverkehr unzugängliche Orte zu gelangen. Diese Ausgabe des Festivals war zuersteinmal überschattet vom überraschenden, unerwarteten Tod der Trompeterin Jaimie Branch, die im Duo mit Jason Nazary das Duo Anteloper bildete und auch einer der Headliner gewesen wäre. Während der fünf Tage gab es dann auch von den meisten Musikern eine Reaktion bzw. ein ihr gewidmetes Stück zu hörten.
Die diesjährigen “aventures sonores” stellten eine etwas merkwürdige, aber natürlich immer interessannte Mischung von Konzerten, die der Tradition des Festivals in der Improvisierten Musik zugerechnet werden können und den Exkursionen in unterschiedliche Off-Stream-Subkulturen dar, so wie sie in den vergangenen zwei Pandemiejahren gepflegt wurden.

Das Trio Courtois, Erdmann, Fincker eröffnete die 2022-er Ausgabe des Festivals nach der traditionell-französischen Ouvertüre bei Speis und Trank vor dem Veranstaltungsraum mit Kammermusik-Jazz im Motoco. Mit zwei Saxophonisten und einem Cellisten durchaus ungewöhnlich besetzt spielten Vincent Courtois, Daniel Erdmann und Robin Fincker eine ambient bis wilde Musik, die in unterschiedlichen Genres wühlend, Free Jazz und World Music vereinte und nebenbei nochmals den Bogen von der traditionelleren Ausrichtung der Jazz á Mulhouse- Jahre zu Méteo spannte.
Kim Myhr stellte am späteren Abend sein neues Album Sympathetic Magic vor, das auf dem norwegischen Jazz-Label Hubro erschienen ist. Die Musik, die Myhr für das Oslo Jazz Festival 2021 schrieb und die nun in Großbesetzung aufgeführt wurde, hat allerdings mit Jazz nur am Rande zu tun, vielmehr klingen die fließenden, vom Keyboard dominierten und melodischen Songs eher wie eine mit Sixties-Psychedelica und Post-Rock in Berührung gekommene musikalische Ausformung einer Traumlandschaft.

Mittwoch, bei immer noch erstaunlichen Temperaturen, konnte man in den Atelierräumen des Le Séchoir sich von den intimen Darbiertungen zweier Duos auf die Abendkonzerte einstimmen lassen.
Lise Barkas (Hurdy Gurdy) und Maria Laurent (Klavier) loten das ganze Spektrum der Obertöne aus, vom kaum wahrnehmbaren Beginn über einen improvisierten Mittelteil bis zum aufbrausenden, dissonanten Finale; ein sehr gutes Konzert. Tizia Zimmermann (Akkordeon) und Pablo Lienhard (Modular-Synthesizer) versuchen dann Ähnliches, ohne vergleichbare Spannungsmomente kreieren zu können. Das 3785-ste Drone-Stück der Marke Tinnitus-Gefahr muss nicht unbedingt sein.
The Punk And The Gaffers war als Eröffnung des Abends im Motoco alles andere als das, Punk.
Der unverwüstliche Phillip Wachsmann (Violine) gab sich ein Stelldichein mit einem anderen Veteranen der Improvierten Musik – Paul Lytton (Schlagzeug). Verstärkung bekamen sie vom Norweger Kalle Moberg (Akkordeon). Zusammen spielten sie selbstverständlich ein künstlerisch anspruchsvolles, aber auch vorhersehbares Konzert, das das heute zahlreiche Publikum anschließend nochmals verzückt über das Virtuosentum vergangener Impro-Jahre fachsimplen ließ.

Brachialeres dann beim zweiten Konzert des Abends: Julien Boudart (Synthesizer), Toma Gouband (Percussions) und die auch zweimal mit Mopcut zu hörende Audrey Chen (Vocals) übten sich in rituellen Praktiken und irritierten mit einer perkussionslastigen und lärmigen Darbietung.
Der umtriebige und auf Festivals oft gesehene und gehörte Oren Ambarchi (Gitarre, Elektronik) präsentierte mit Ghosted mit tatkräftiger Unterstützung von Johan Berthling (Bass) und Andreas Werlin (Schlagzeug) die sanfte Fusion von Jazz, Minimal Music und Ambient. Zeit dann zum Schlafengehen.

Lucy Railton (Cello, Elektronik) ist zur Zeit fraglos eine der interessantesten Musikerinnen im Spannungsfeld von Neuer Musik, Elektronischer Komposition und Elektroakustik (zusammen mit Kali Malone, Ellen Arkbro). So fühlt sie sich in musikalischer Gesellschaft mit Stephen O’Malley genauso wohl wie mit Beatrice Dillon, Farida Amadou oder Kit Downes. Beim Festival spielte sie ein Solo-Konzert im Motoco und zusammen mit dem Pianisten Downes in der Saint-Jean-Kirche Kompositionen ihres Subaerial-Projekts, beides fasziniernd-suggestive und suchende Klangreisen.

Mopcut – Audrey Chen (Vocals, Electronics), Julien Desprez (Gitarre, Electronics) und Lukas König (Schlagzeug, Electronics) spielten zweimal während des Festivals mit verschiedenen Gästen. An diesem Freitagabend, zusammen mit der britischen Vorreiterin der neueren elektronischen Avantgarde, Künstlerin und Erfinderin für erlebbare Klänge, Kaffe Matthews – die, der Deutschen Bahn sei Dank, fast ihren Auftritt verpasst hätte – war schnell klar, was Sache ist: Noise in seinen schönsten Schattierungen. Fast schon in der Traditon bester japanischer Schule, vermeiden Mopcut jegliches Innehalten im Mitteltonbereich. Angetrieben von einem hyper-rhythmischen Soundgeflecht zählt nur Lärm und – kurze – Stille. Eine intensive Musik, die ein Spiegelbild für die chaotischen Zustände außerhalb der musikalischen Welt abbilden könnte.

Star Splitter sind Gabriele Mitelli (Kornet, Saxophon, Electronics, Vocals) und Rob Mazurek (Trompete, Electronics, Vocals). Vor dem Hintergrund der imposanten Wand der Kletterhalle, unweit des Motocos im Areal gelegen, spielten sie eine Stunde schöne Musik, die wie die perfekte Synthese ihrer langjährigen musikalischen Exkursionen, klingt. Von New Jersey über Chicago und Brasilien in die Wüste von Texas gezogen, wo er sich neben der Musik auch dem visuellen Schaffen widmet, ist Mazurek seit seinen ersten Veröffentlichungen in den 1990er Jahren zu einer der prägendsten Figuren der internationalen Free Jazz – Szene geworden. Zwischen der kosmischen Verspieltheit von Sun Ra und weit spröderen elektro-akustischen Stücken mögen Welten liegen, aber Mazurek weiß sie in Einklang zu bringen. Der jüngere Gabriele Mitelli ist musikalisch aus dem gleichen Holz geschnitzt und war auch schon in den verschiedensten Formationen zu hören, entsprechend vernetzt ist auch er.

In den Linernotes ihres Clean Feed – Albums heißt es, dass sich der Name Star Splitter auf ein Gedicht von Robert Frost bezieht, in dem dieser die Geschichte von Brad McLaughlin, einem Farmer, erzählt, der es nicht schafft ein Einkommen zu erzielen und darauf sein Haus abfackelt. Mit dem Geld der Versicherung kauft er sich ein Teleskop und beobachtet für den Rest seines Lebens die Sterne. Das Teleskop taufte er Star Splitter. Die Musik von Mazurek und Mitelli klingt wie eine patchworkartige, quicksilbrige Anordnung von melodischen und harschen, elektronischen und akustischen, free-jazzigen und songorientierten Teilen, die den Großteil der Zuhörer zu fesseln vermögen, während vereinzelte aufgrund der aufblitzenden disharmonischen Noiseelementen das Weite suchen.

Auch der nordenglische musikalische Underground hat seinen Platz im diesjährigen Méteo-Programm gefunden. Direkt der einflussreichen und äußerst aktiven Szene um das The Old Police House in Newcastle entsprungen, die uns auch schon solch funkelnde Perlen wie Yeah You (Vater und Tochter, die bei einem unvergessenen Auftritt in Barreiro beim Outfest Throbbing Gristle mit Hip Hop verbanden und deren Tape Krutch beispielsweise beim Autofahren auf einer Tour aufgenommen wurde) und Gwilly Edmundo bescherten, ließ die Liason von Mariam Rezaei (Schallplatten, Plattenspieler) und Kenosist aka Mark Wardlaw für fünfundvierzig Minuten die Fabrikhalle des Motoco in ihrem Fundament erschüttern.

 

Aus defekten Drum Machines und Synthesizern zusammengebaut, spielt Wardlaw Discomusik für das Ende der Tage, während Mariam Rezaei, die auch Stücke für das Radio komponiert und mit Orchestern der zeitgenössischen Musik zusammenarbeit, ihn in der konsequenten Noise-Ausrichtung mit ihren Turntables noch locker überbietet. Keine taktile Demonstration des Scratchens ist hier angesagt, sondern das Aufgehen im reinen Krach.

Für ein ähnlich subkulturelles Angebot wie das TOPS-Kollektiv sorgt seit einigen Jahren die Szene in Salford und Umgebung, zu der auch Prangers aus Rochdale – Maryanne Royle (Perkussion, Vocals, Electronics), Dan Watson und Joe Tatton (beide Perkussion, Electronics) zu zählen sind.
Wie eine wilde, punkige und den bescheidenern Lebensverhältnissen angemessene Version der “geknackten Alltagselektronik” (Möslang, Guhl) wirkt das Instrumentarium aus Stahltonnen, defekten elektronischen Geräten, das von Hinterhöfen und Schrottplätzen zusammengklaubt zu sein scheint.
Maryanne Royle rezitiert mit nüchterner Stimme aus dem Alltag, während das Trio perkussive Ritualmusik für stillgelegte Industrien zelebriert. Eine Musik wie sich 23 Skidoo mit Nurse With Wound duellieren würden und ein durchaus (denk-) würdiger Ausklang des Abends.

 

Ripples

August 26th, 2022

Arlt – Turnetable
Midget – Ferme Tes Jolis Cieux

Vor allem in Paris und Brüssel führen die aus verschiedenen alternativen Mikroszenen entsprungenen Protagonisten wie Eloïse Decazes, Sing Sing, Claire Vailler, Mocke, Élg, Délphine Dora und einige mehr die Tradition von vom Surrealismus inspierierten Künstler und schrägen Songschreiber im Geiste von Brigitte Fontaine, Albert Marcoeur oder dem songorientierten Album von Sophie Jausserand und Guigou Chenevier aus dem Etron Fou Leloublan – Umfeld wunderbar fort. Ihre Platten erscheinen auf Labels von mittellosen Überzeugunstätern wie Three:Four, Kraak, Ultra Eczema oder wie Ferme Tes Jolis Cieux von Midget und Turnetable (sic!) von Arlt auf Objet Disque, dem exquisiten Label des Pariser Künstlers und Musikers Rémy Poncet.

Das dritte Album von Midget, nach zweien auf dem We Are Unique – Label – ließ einige Zeit auf sich warten und war, als es dann 2017 veröffentlicht wurde, etwas untergegangen. Clarire Vailler sang zwischen den Alben unter dem Namen Transbluency verhuschte Folk-Songs in Englisch ein; Mocke komponiete zwei Solo-Alben und sein drittes – Parle Grand Canard – eine moderne Suite und ein wahrer Geniestreich, wurde sicherlich von der Kollaboration mit Clarie Vailler inspiriert. Die Ideen für dieses Album lassen sich unschwer schon auf Ferme Tes Jolis Cieux ausmachen. Die Songs verbinden die Vorlieben von Mocke und Vailler zu einem Album voller bizarrer Schönheit und stilvoller Geheimniskrämerei.
Aus der Zeit gefallen wirkt schon einmal das zehnminütige Eröffnungsstück: Premier Soleil klingt wie ein von der Renaissance, der Zwischenzeit zwischen Mittelalter und Neuzeit beeinflusster Geistersong: filigran, morbide, poetisch und auch mal beswingt. Das ganze Album hat einen starken klassischen Musik-Touch, was nicht zuletzt an der Instrumentation mit Flöte, Vibraphon, Mellotron und Cello liegen mag. Disharmonien, Drones und kleine Intermezzos beißen sich elegant mit den von akustischer Gitarre und Piano getragenen Songs.

 

Arlt, die Band von Eloïse Decazes und Sing Sing war ebenfalls aufgrund zahlreicher anderer Projekte für eine Zeit auf Eis gelegt gewesen (Kolloaborationen mit unter anderem Délphine Dora, Eric Chenaux, Stranded Horse, Julien Desailly, Begayer). Ihre neue Platte – Turnetable – ist daher umso mehr eine willkommene Überraschung. Einige Gastmusiker, die zugleich Freunde sind und natürlich auch dem losen Netzwerks der Undergroundmusik von Brüssel und Paris angehören tragen zum ungemein facettenreichen und heterogenen Gesamtbild der Songs bei: Ernest Bergez (Kaumwald, Orgue Agnès), Jérémie Sauvage, Gilles Poizat, Béatrice Terrasse.
Die früheren Alben klangen manchmal wie amerikanische Folksongs auf Französich, Turnetable wirkt dagegen europäischer, surrealer und futuristischer. Die zahlreichen Anleihen an verschiedene Genres lässt die Musik wie eine aus dem Ruder gelaufene Salon- oder Kammermusik klingen. Lässig und sophisticated; schräg und doch eingängig; das ist der Stoff aus die Träume vom perfekten Song sind. Und Eloïse Decazes singt andersweltlich und kosmisch schön über eine Untertasse, die auf einem Hund landet, Oldtimer oder eine kranke Kuh.

Objet Disque

 

Ripples

May 5th, 2022

BRDCST – Festival Bruxelles 2022

 

Als legitimer Nachfolger des Domino-Festivals, das jahrelang in Brüssel die zukünftigen angesagten Underground-Acts und Geheimtipps an einem Ort versammelte, dient nun die retro-futuristische Birminghamer Band Broadcast und deren Musik den Veranstaltern des BRDCST-Festivals als Inspiration für musikalische Innovationen. Trotz dem frühen Tod von Trish Keenan und den wenigen Alben, die Broadcast veröffentlichen konnte, spannt ihre Musik doch einen wunderbaren Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die Zukunft.
Während der drei Tage der 2022-er Ausgabe des BRDCST-Festivals wurde man dann nebenbei auch nochmals einem kontinuierlichen Brainwashing unterzogen, lief die Musik der Band doch während der Pausen auf Dauerbetrieb im Shuffle-Modus. Im altehrwürdigen, aber auf den neuesten Stand gebrachten Ancienne Belgique – AB – konnte man sich fast wie in alten Zeiten fühlen: Ein exquisites Programm quer durch die Underground-Genres, das gewohnt offene Brüsseler Publikum und starkes belgisches Bier. Wäre es dann nicht doch noch zur einen oder anderen pandemiebedingten Absage gekommen, man hätte die vergangen zwei Jahre für einen Spuk halten können.

Am ersten Abend standen die ugandischen Untergrund-Labels Nyege Nyege und Hakuma Kulala aus der Hauptstadt Kampala im Fokus, die, Internet ausnahmsweise sei Dank, sich durch ihre Version von Außenseiter-Klub-Musik einen guten Ruf, auch international, erworben haben, und deren “Star” fraglos MC Yallah ist. Ihre elektrisierende Musik, ein ungemein anregendes Gebräu aus Grime, futuristischem Hip Hop und Punk, und ihre imposante Performace und Statur wird durch den franzsösischen Musiker und DJ Debmaster noch zusätzlich geschärft und geschliffen.

Ecko Bazz, anschließend im Clubraum zu sehen, konnte man dann als die maskuline Ausgabe von Yallah, ohne ihren Charme, durchgehen lassen. Das Perkussions-Trio Arsenal, das furios treibende Rhythmen mit einem gespenstischen Nachhall von Refrains traditioneller Songs verband, zog das Publikum wohl so in den Bann, dass sie am darauffolgenden Abend gleich nochmals für die nicht auftreten könnende Circuit Des Yeux gebucht wurden.

Gut hätte stilistisch auch Jana Rush aus der Chicago-Szene zu diesen Overdrive-Künstlern aus Kampala gepasst, wobei sie ihren schnellen und harten Beats inzwischen die eine oder andere verschwurbelte Prise anderer experimenteller Genres beimischt.
Neben dem legendären Ruf der Technoakrobaten hallt der, des Jazz-Avantgarde-Kosmos in Chicago und New York gleichfalls in die weite Welt.
Mit der Trompeterin, Sängerin, Poetin Jaimie Branch, einer Schwester im Geiste von Matana Roberts, und ihrer Band, die mit einer sympathischen punkigen Attitüde Free Jazz, Avantgarde, melodische Einsprengsel und explizite politische Aussagen in Einklang bringen, steuerte man einerseits dem Höhepunkt des ersten Abends zu und konnte glauben, dass im Nach- oder wieder Prä-Trump-Land doch noch nicht alles verloren zu sein scheint.

Für das stille, aber nicht minder interessante, Hintergrundsprogramm im leider platzmäßig arg limitierten Salon im Obergeschoss, sorgten die zu recht gefragte Cellistin Lucy Railton und die belgische Farida Amadou, die mittels Fenderbass erstaunliche Klänge hervorbringen konnte.
Durch die Ausfälle der Hauptacts Circuit Des Yeux und Hiro Kone am zweiten Abend rückten andere Musiker in den Mittelpunkt, z.B. Christina Vantzou. Im nun mit einer Zuschauertribüne versehenen Theaterraum brachte sie den typischen Kranky Records-Sound in die belgische Hauptstadt: Lang angelegte, ambient-meditative aber suggestive Drone-Kompositonen, die man gerne als post-klassisch bezeichnet. Der sympathische Eigenbrötler Yosuke Fujita widmete sich zuvor seiner selbtgebauten, etwas futuristisch aussehenden Orgel aus elf Pfeifen und findet sich mit seiner orginellen Musik plötzlich im allgemeinen Genre-Name-Dropping unter hipperen Zeitgenössinen wie Anna von Hausswolff und Kali Malone wieder.
Das vielleicht typische Londoner urbane Gebräu aus Dub, Post-Punk und Grime bediente Wu-Lu vortrefflich, während Bitchin Bajas ihr hochgelobtes Tape Switched On Ra live präsentierten. Letzteres für meinen Geschmack ein ziemlich unverdauliches Gebräu aus Eso-Kitsch, verquirltem Hippie-Getue mit affektierten Gesang. Schnell noch mal raus auf die Straße und um die Ecke auf dem Boulevard Anspach sich dem hochprozentigeren, aber bekömmlicheren belgischen Gebräu gewidmet war die kurzfristige Lösung des Problems.
Im Salon verzauberten und versöhnten dann aber wieder die Solo-Performances der Neue Musik- Klangkünstlerinnnen Elisabeth Klinck (Violine, Elektronik) und Judith Haman (Cello).

 

Eine belgische All-Star-Band interpretierte am Sonntag anlässlich des fünfzigsten Erscheinungsjahres von Tago Mago den Klassiker von Can in voller Länge.
Im Salon ging es nochmals intimer zu: die Violinistin Catherine Graindorge präsentierte unter anderem ihr ausgesucht schönes Solo-Album Eldorado, das mit ihren Streicherarrangements und elektronischen Verfremdungen und filmischen Kompositionen an ähnlich melancholisch veranlagte Zeitgenossen wie Julia Kent odert Sarah Neufeld erinnert.
More Eazes und Seth Grahams Musik als —__–___ wirkt klaustophobisch und anderweitig beklemmend, einerseits, aber auch in die Zukunft gerichtet und überweltlich schön. David Sylvian scheint Fan zu sein, und so atmospährisch und eklektisch wie seine Solo-Alben ist auch die Musik des Duos.

Einer der Schwerpunkte des diesjährigen Festivals und Artist – In – Residence war die britische Perkussionistin Bex Burch, die – hyperproduktiv – gleich drei ihrer so unterschiedlichen wie hochkarätigen Bands bzw. Kollaborationen vorstellte. Das Ghanaian Xylophone, Gyil genannt, ist das bevorzugte Instrument ihrer Wahl. Im Gegensatz zum traditionellen, rituellen Gebrauch, oft als Begleitung bei Beerdigungen, führt einen Bex Burch in beswingtere musikalische Aggregatszustände. Nachdem sie das Spielen teilweise in Ghana selbst studierte, entwickelte sie in zurück in England eine modernisierte Version des Instruments, das auch elektronisch gekoppelt werden kann.
Zusammen mit Leafcutter John nahm sie während der Seuchenzeit via Zoom ein Album auf, das, wie man sagt, deutlich mehr als die Summe der Einflüsse und Qualitäten der beiden Musiker bietet. Live klang die Fusion aus futuristischer Library-Music, dem hier elektronisch klingenden Gyil und ambienten bis verschwurbelten Synthesizerklängen fesselnd.
Vula Viel, ihr Trio mit Ruth Goller (Bass) und Jim Hart (Drums), dagegen ist wieder ein ganz andere Geschichte, vermischt aber nicht weniger waghalsig unterschiedliche Stile: Ein unterkühltes Post-Punk-Flair mit treibenden Rhythmen à la der World Music Fraktion von Crammed Discs und Neue Musik-Minimalismus nämlich.

Auf Strut Records, einem Londoner Label, das sein Schaffen der jungen Jazz-Szene, aber auch dem Vermächtnis von Sun Ra widmet, erschien dieses Jahr das Debut-album von Flock.
Bex Burch spielt hier mit unterschiedlichen Musikern aus der alternativen Londoner Szene zusammen: Danalogue (fender rhodes), Sarathy Korwar (drums, tabla), Al Macsween (prepared piano) und Tamar Osborn (bass clarinet, soprano sax). Zwischen Groove, Melodie, Introspektion, kosmischem Free Jazz und nordafrikanischen und indischen Einflüsse spiegelt die Musik von Flock die hyperheterogene Musikszene Londons wieder, und das wirkt auch auf der Bühne in Brüssel brilliant und mitreißend.
Tirzah und Mica Levi lernten sich an der Purcell School for Young Musicians in Hertfordschire kennen und daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die sich auch kreativ in gemeinsamen Projekten und gegenseitigen Gastbeiträtgen niederschlug. Die geschulte Komponistin und Produzentin Levi (Micachu, Good Sad Happy Bad, diverse Filmscores etc.) ermunterte Tirzah ihre Bedroom-erprobten Songs so unverkünstelt und roh wie sie sie zu hören bekam, aufzunehmen. Ihre beiden Alben – Devotion und Colourgrade – bestechen deshalb durch scheinbare Einfachheit, die dahingeschludert wirken mag, aber letztlich doch bis ins kleinste Detail durchdacht ist. Tirzahs warmer Gesang kleidet ihre melancholischen, windschiefen Songs in emotionale Lullabies, die nachhaltig Spuren hinterlassen. Auf das absolut Wesentlichste reduzierte Versatzstücke aus Dub, R & B, Ambient, Noise, verschleppte Beats und Pop lassen ihre Musik zugleich traditionsbewusst, cool wie zeitlos erscheinen.

Mit Coby Sey als geistesverwandtem Illustrator ihrer Songs bezauberte Tirzah auch live – obwohl die Bühne des großen Saals des AB für die intime Darbietung etwas überdimensioniert wirkte – das Publikum vom ersten Ton an. In einer sympathischen Mischung aus Understatement und Selbstbewusstsein sang sie ohne jegliche Inszenierung oder gar Bühnenshow eine Auswahl der Songs ihrer beiden Alben.
Jenny Hval stellte – sozusagen als Headlinerin am Sonntag – ihre neues, pop-affines Album vor, das aber letztlich immer noch Off-Stream ist. Intellektuell, vertrackt und textlastig in merkwürdige Nischen-Genres abtauchend, dann aus dem Nichts wieder einen Ohrwurm-Refrain hervorzaubernd – so kennt man die norwegische Künsterlin, Schriftstellerin und Musikern seit ihren ersten Gehversuchen im Umfeld von Noise – Master und Produzent Lasse Marhaug.

Verschwurbelt-abstrakte Texte, trockene Ironie und Pop-Hooks widersprechen sich im Universum von Jenny Hval nicht, ganz im Gegenteil, sind sie doch die Essenz ihres von Album zu Album immer weiter perfektionierten Handschrift. Ihre bemerkenswerte, sich immer wieder wandelnde Stimme hat von glockenhell bis cool und klassisch alle Nuancen drauf. In Brüssel präsenentiert sie mit ihrer aktuellen Bandüberwiegend das neue Album Classic Objects.

Jenny Hvals Entertainer-Qualitäten sind angesichts der komplexen Songs und kopflastigen Lyrics durchaus ein wenig überraschend. Sie gestaltet jeden Song und nimmt die Bühne mit einer starken Präsenz ein, und die Band – Johan Lindvall, Havad Volden, Hans Hulbaenko, Vivian Wang weiß zu grooven. Ironischer Smalltalk mit dem Publikum und das Auftreten einer Post-Punk-Band gleich, aus einer Zeit also, in der Inhalte und Attitüde noch etwas bedeuteten, konstrastieren schön mit der zeitgemäßen Musik und den ironisch bekleideten Rollen.