Mansfield TYA
May 16th, 2009
MANSFIELD TYA – ‘Seules au bout des 23 secondes’
Das Duo aus Nantes – Julia Lanoë und Carla Pallone – beruft sich auf June Mansfield, Ehefrau von Henry Miller und Freundin von Anais Nin. Nach dem erfrischenden Debut von 2005, ausgiebigen Konzertreisen und Gastauftritten (u.a. auf Francoiz Breuts letztem Album) ist auf dem zweiten Album zur gekonnt inszenierten Ungekümmertheit der Songs noch eine Spur Abgeklärtheit gekommen. Ihr minimalistischer Kammer-Pop – Lanoë spielt Gitarre, Piano und singt, Pallone spielt Geige und singt – erinnert an sympathisch-verquere Bands wie Dolly Mixture oder Mary & The Atom aus einer anderen Zeit auf längst verblichenen Labels; die süße Schwermut der meisten Songs ist in ihrer Dramatik beinahe klassisch arrangiert und lehnt sich nicht nur im Bandnamen an literarische Vorbilder an. Im Gegensatz zu den vielen Neo-Hippie – Damen, die derzeit hoch gehandelt werden und deren waidwunden Blicke Beschützerinstinkte zu wecken scheinen, geben sich Mansfield TYA in ihrer Attitüde vielmehr (anarcho-) punkig und düster. Eine gute Platte! (viciouscircle)